Sonntag, 14. September 2008

Neues Outfit für den Viktoriastollen

Nach 28 Jahren rot-weiß mit etwas blau bekommt unser gutes altes Viktoriastollen-Haus neue Farben! Fast alle alten Lackreste sind nun abgekratzt und die ersten Fensterläden zur Probe aufgehängt: Ein zartes Ocker kombiniert mit einem Umbra-Grau.

Ich finde es genial und überhaupt nicht zu vornehm für uns, obwohl es ja eine klassische Farbkombination für Barockbauten ist. So verändert sich auch unser Haus, das mit seinen Farben ja immer noch an Latzhosen und Jesuslatschen erinnerte, die wir ja nun auch seit längerem nicht mehr tragen.

Apropos Jesus: der Hl. Johannes sitzt nun fast fertig in der Werkstatt. Er fand Gnade bei der Damendelegation des Johannisberger Kirchenrates, und uns fiel ein Stein vom Herzen.
Es ist ein junger Johannes geworden. Der Legende nach bot man ihm vergifteten Wein an, doch der Apostel trank nicht sofort, sondern segnete den Trunk. Da entwich das Gift in Form einer Schlange und der Heilige war gerettet und konnte nun ohne Reue seinen Wein genießen. Eine schöne Szene, die zu dem Ort passt, wo wunderbarer Rheingauer Wein wächst.

Nun sitzt er da, der gute Johannes, sein Weinglas in der Hand und die Schlange verschwindet, noch einmal frech in die Schar der Gläubigen grinsend, in Richtung Steinnische, wo die Skulptur ihren Platz finden wird. Bis jetzt hat die Arbeit großen Spaß gemacht und auch die Recherche war spannend. Die Ikonografie des Heiligen durch die verschiedenen Stile und Zeiten zu verfolgen, der Legende in der Literatur von der Offenbarung bis zum "Sakrileg" zu begegnen. Man fängt an, sich ein eigenes Bild von Jesus Lieblingsjünger zu entwickeln.
Nun heißt es aber langsam Abschied nehmen von all der Heiligkeit und wieder auf dem Boden zu landen. Gartenboden wird es sein, denn unsere Teilnahme an "la foire aux plantes rares" am zweiten Oktoberwochenende in Ordan-Larroque nahe unserer Gascognischen Wahlheimat fordert eine Menge Vorbereitung.
Ideen haben wir schon reichlich, es muss nur noch gemacht werden.

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